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EP3 auf den Spuren des 1. Weltkrieges

18.04.2018


Am 09.04.2018 besuchten die Schülerinnen und Schüler der EP-3 die französische Stadt Verdun, die auch einhundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges noch immer als Sinnbild des vier Jahre dauernden, grausamen und sinnlosen Krieges gilt. Begleitet von Frau Mang, Herrn Jung und Herrn Weber bekamen die Schülerinnen und Schüler an diesem Tag die Gelegenheit zentrale Schauplätze der Schlacht sowie der Gedenk- und Erinnerungskultur zu besichtigen.  
Geplant und organisiert wurde die Fahrt im Vorfeld von Hauptmann Michael Heim, Jugendoffizier der Bundeswehr, und von Carsten Baus, der in seiner Funktion als Geschäftsführer der Landesgeschäftsstelle des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge nicht nur über den Volksbund als Organisation und seine Tätigkeiten informierte, sondern den Schülerinnen und Schülern im Laufe der Exkursion immer wieder interessante Hintergrundinformationen zu liefern wusste.  
 
Station 1: Fort Vaux  
 
Angekommen im lothringischen Verdun besichtigten wir zunächst Fort Vaux, eine der von den Franzosen im ausgehenden 19. Jahrhundert errichteten Festungen zur Sicherung der Stadt Verdun. Im Zuge des deutschen Vormarsches Ende Februar 1916 wurde die Festung zum Schauplatz des Krieges und der monatelangen erbitterten Kämpfe zwischen Deutschen und Franzosen. Im Rahmen einer Führung bekamen die Schülerinnen und Schüler hier nicht nur einen Einblick in die Anlage der Festung und ihre Bauweise, sondern auch in den von unzähligen Widrigkeiten und (lebensbedrohlichen) Aspekten bestimmten Alltag der Soldaten in und um die Festung.  
 
Station 2: Mémorial de Verdun  
 
Nach der Besichtigung von Fort Vaux machten wir uns auf den Weg zum „Mémorial de Verdun“, einem der bedeutendsten und mit mehr als zweitausend Objekten umfangreichsten Museen zum Ersten Weltkrieg in Europa. Hier bekamen die Schülerinnen und Schüler nach einer kurzen Einführung die Möglichkeit die zahlreichen, auf zwei Etagen verteilten Exponate und Fotos, Augenzeugenberichte und Audio- und Videosequenzen selbständig zu erkunden. Im Rahmen dieser etwa einstündigen Besichtigung der Ausstellung konnte jeder seine persönlichen Schwerpunkte setzen und sich informieren – beispielsweise über den soldatischen Alltag an der Front und im Schützengraben, über die im Ersten Weltkrieg eingesetzten Waffen und Kriegsgeräte, über die existenziellen physischen und psychischen Bedrohungen für die Soldaten oder aber über die medizinische Betreuung der Verwundeten und Versehrten des Krieges. Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei feststellen, dass das „Mémorial de Verdun“ als moderne Erinnerungsform dem Einsatz und dem Leiden aller (!) beteiligten Soldaten gewidmet ist und auf eine nationale Perspektive ebenso wie eine wertende Betrachtung des Krieges verzichtet.  
 
Station 3: Das Beinhaus von Douaumont  
 
Vom Museum ging es dann weiter zum Beinhaus von Douaumont, der französischen nationalen Grabstätte für die Gebeine der Gefallenen, die nach der Schlacht um Verdun nicht mehr identifiziert werden konnten. Das Beinhaus, das in den 1920er Jahren durch finanzielle Beiträge und Spenden französischer Städte und Kommunen errichtet worden ist, versammelt die Gebeine von insgesamt über 130.000 französischen und deutschen Soldaten. Bei der Besichtigung des beeindruckenden Gebäudes konnten die Schülerinnen und Schüler anhand der angebrachten Gedenktafeln feststellen, dass viele der gefallenen Soldaten kaum älter als 20 Jahre alt waren, als sie zu Opfern des sinnlosen Krieges wurden. Zudem lieferte der vor dem Beinhaus angelegte Soldatenfriedhof mit seinen unzähligen weißen Holzkreuzen einen Einblick in das Ausmaß des Krieges bzw. der Schlacht um Verdun. Zwischen Februar und Dezember 1916 fielen hier insgesamt mehr als 300.000 Soldaten.  
 
Station 4: Der Soldatenfriedhof von Hautecourt  
 
Den Abschluss der Exkursion bildete ein Besuch des deutschen Soldatenfriedhofes Hautecourt. Dieser in den 1920er Jahren angelegte und 1933 eingeweihte Friedhof beherbergt insgesamt 7885 deutsche Kriegstote des Ersten Weltkrieges. Im Rahmen der Besichtigung erläuterte Carsten Baus die Zielsetzungen und Aufgaben des Volksbundes, der für die Anlage, Erhaltung und Pflege der Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zuständig ist. Auch verwies Herr Baus darauf, dass es ein zentrales Anliegen des Volksbundes sei, junge Menschen für die Folgen von Krieg und Gewalt zu sensibilisieren und ihnen die Notwendigkeit eines aktiven Eintretens für den Frieden zwischen den Völkern vor Augen zu führen. Exkursionen, beispielsweise nach Verdun, leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.  
 
Im Anschluss an die Besichtigung des Soldatenfriedhofes traten wir schließlich die Heimreise an. Bei der Ankunft in Dillingen waren sich alle einig, dass die Exkursion viele interessante Einblicke in den Ersten Weltkrieg und in die deutsch-französische Vergangenheit lieferte. Ein besonderer Dank der Schule geht an Jugendoffizier Michael Heim, der die Fahrt in Absprache mit dem Kollegen Lars Jung initiiert und geplant hat. Zudem danken wir der Bundeswehr für die Beförderung nach Verdun und zurück. Ein großer Dank geht schließlich an Herrn Carsten Baus, der die Schülerinnen und Schüler an den verschiedenen Stationen mit spannenden Informationen und Details zum Ersten Weltkrieg und zu Verdun versorgte.  


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